Boa constrictor

Königsboa

Die Boa constrictor ist die wohl populärste Riesenschlangen in der Terrarienhaltung. 

Herkunft

 

Das Verbreitungsgebiet der Boa constrictor streckt sich im ganzen über 16 Mio km2. Es erstreckt sich von Mexiko City über ganz MIttelamerika, die Amazonasbecken bis nach Buenos Aires (Südamerika). Aber nicht nur das Festland wird von der Boa constrictor bewohnt, auch auf einer Reihe von Inseln vor Mexiko, Belize, Honduras, Panama, Nicaragua und Venezuela, kann man auf sie treffen.

Beschreibung

Ich verzichte ganz bewusst auf eine lange Beschreibung der Boa constrictor, denn Bilder sagen mehr als Worte. Ich beschränke mich auf eine stichwortartige Beschreibung:

- ungiftig

- robuster Körperbau

- Männchen schlanker und kleiner als Weibchen

- Kopf flach und vom Körper abgesetzt, Schuppen glatt

- "Katzenaugen" (senkrechte Schlitzpupillen)

- Zähne nach hinten gerichtet und etwa alle gleich gross

- Wärmesinn (Infrarotrezeptoren)

Bezüglich der Grösse der Boa constrictor kann man ganz verschiedene Angaben lesen. Die oft angegebene Maximalgrösse von bis zu 5,5m ist eine Verwechslung mit einer Anakonda. Tatsächlich wird die Boa constrictor ca. 3,60m lang.

 

Haltung

Terrarium: Ein Terrarium dient dazu, einen künstlichen Lebensraum zu schaffen. Die Grösse des Terrariums sollte laut Tierschutzgesetzt bei Boa´s unter 1,50m , 1,0x0,5x1,0 der Gesamtlänge (z.B. bei einer 1m langen Boa 100cmx50cmx100cm (lxbxh)) und bei Boa´s über 1,50m, 0,75x0,5,0,75 der Gesamtlänge (z.B. bei einer 3m langer Boa, 225cmx150cmx225cm (lxbxh)) betragen. Die Temperatur in einem Boa Terrarium sollte 28-30°C, lokal bis 35°C, und eine Luftfeuchtigkeit um 65%, betragen. Daher empfehle ich kein Glasterrarium, da Glas die Wärme nicht speichern kann, sondern ein Holzterrarium.

Beleuchtung: Obwoh für die Haltung von Boa constrictor nicht unbedingt eine Beleuchtung mit UV-Strahlen nötig ist, um gesund zu bleiben, empfehle ich trotzdem eine solche zu installieren. Denn ohne die UV-Strahlen verblassen die Farben und die Schlange ist dadurch weniger intensiv gefärbt. Wem das keine Rolle spielt, kann auch ganz normale Leuchtstoffröhren aus dem Baumarkt installieren.

Bodengrund:Es gibt mittlerweile so viel verschiedene Bodengrundsorten auf dem Markt, das die Entscheidung hier nicht gerade leicht fällt. Es gibt auch Züchter die sagen, am besten eignet sich Zeitungspapier als Bodengrund. Für ein Quarantäneterrarium finde ich dass ebenfalls  die beste Lösung, doch für das "normale" Terrarium, empfehle ich Terrarienerde aus dem Zoofachhandel, das es optisch viel schöner aussieht und es noch eher dem natürlichen Lebensraum des Tieres entspricht. 

Sonstige Ausstattung: In einem Boa Terrarium dürfen auf keinen Fall folgende Einrichtungsgegenstände fehlen: Kletteräste und/oder erhöhte Liegeflächen. Man sollten aber die Äste nach dem Gewichte der Schlange aussuchen. Lieber etwas dickere Äste nehmen, nicht dass die Äste brechen und sich die Schlange verletzt. Ausserdem müssen die Äste und sonstige Einrichtungsgegenstände die umstürzen können, gut befestigt werden. Was ebensowenig wie Klettermöglichkeiten fehlen darf, sind Unterschlüpfe. Ob das umgedrehte Tontöpfe oder Höhlen aus dem Zoofachhandel sind, spielt der Boa keine Rolle, hauptsache sie hat eine Rückzugmöglichkeit. Auch ein grosses Wasserbecken gehört in das Boa Terrarium. Das Becken sollte so gross gewählt werden dass sich die Schlange mit dem ganzen Körper in das Wasser legen kann, da Boa´s sehr gerne baden.

Pflege

Zur Pflege der Boa constrictor gehört, wie bei jeder anderen Schlange auch, dass tägliche entfernen des Kots, da sich sonst, durch die hohe Luftfeuchtigkeit, rasch Bakterien und Pilze bilden können. Ebenfalls zur täglchen Arbeit gehört das wechseln und auswaschen des Wassers bzw. Wasserbeckens, so wie tägliches Wasser sprühen, damit die Luftfeuchtigkeit konstant bleibt.

Fütterung: Das schlimmste was man bei der Fütterung falsch machen kann ist, die Schlange zu überfüttern. Kürzere Lebenserwartung, Fettleber und unfruchtbarkeit sind die häufigsten Folgen einer Überfütterung.

Ich empfehle junge Boas´s bis 500g, einmal in der Woche mit einer kleine Ratte zu füttern. Bei Boa´s über 500g empfehle ich nur noch alle zwei Wochen eine Springer- bis Mittlere Ratte. Adulte Boa´s füttere ich jede zweite bis dritte Woche mit einer oder zwei XXL-Ratte oder einem  Zwergkaninchen. Zur Fütterung von Schlangen ist noch eines zu sagen:

!!!Das verfüttern von lebenden Futtertieren ist laut Tierschutzgesetz verboten!!!

Zucht

Wie bei fast jeder Tierart, ist die Grundvoraussetzung für das Züchten von Boa constrictor, das besitzen von einem Männchen und einem Weibchen. Bei adulten Boa´s ist die Geschlechtsbestimmung recht einfach. Die Männchen haben grössere Aftersporne (sichtbar links und rechts von der Kloake) als Weibchen. Die Aftersporne sind überbleibsel der Exkremitäten (Beine) der Vorfahren von der Boa constrictor. Bei juvelinen (halbwüchsigen) Schlangen kann das Geschlecht nur auf zwei Arten bestimmt werden. Das währe zum einen das "poppen", ausstülpen der Hemipenis beim Männchen  durch leichtes drücken, oder das "sondieren", einführen einer Metalsonde in die Hemipenistachen bzw. Hemiclitoristaschen. Beide Methoden sind von Laien dringend zu unterlassen, da man bei falscher Ausübung das Tier schwerwiegend verletzen kann. Am besten lässt man es von einem erfahrenen Tierarzt oder einem erfahrenen Züchter machen.

Paarungszeit:Die Paarungszeit der Boa constrictor dauert ca 3-4 Monate (einmal pro Jahr). Der Zeitpunkt der Paarungsaktivität hängt von der Unterart und dem Klima ab. In der Natur liegt die Paarungszeit irgendwann zwischen September und Ende April.

Werbeverhalten: Verfolgt das Männchen über Wochen hinweg das Weibchen und hat dabei seinen Schwanz um den des Weibchens gewunden, handelt es sich nicht etwa um eine Hetzjagd, sondern um das Werbeverhalten des Männchens. Durch rythmische Bewegungen mit dem ganzen Körper, reibt das Männchen seine Aftersporne am Weibchen und stimmuliert es so. Dieses Verhalten kann einige Wochen dauern bis das Weibchen so weit ist, und seine Kloake öffnet, damit das Männchen einen seiner Hemipenes Einführen kann. Das Geschlechtsteil des Schlangenmännchens ist Y-förmig, hat somit zwei Enden. Bei der Paarung wird aber nur ein Hemipenis gebraucht.

Ovulation: Damit das Weibchen befruchtet werden kann, muss es die Eier in die Eileiter lassen. Der erfahrene Züchter sieht diesen Vorgang, genannt Ovulation, durch die plötzliche und erhebliche Leibesumfangvermehrung. Die Ovulation hält ein paar Tage an.

Trächtigkeit: Die Trächtigkeitsdauer bei Boa constrictor liegt bei ca. sechs Monaten. Deutliche anzeichen für eine Trächtigkeit sind:

- dunklere Färbung

- deutliche Vermehrung des Leibesumfangs

- verminderter Appetit oder sogar Futterverweigerung

- aufsuchen warmer Plätze

- reduzierte Aktivität

- drehen der Bauchseite nach aussen

Geburt: Boa´s legen nicht wie die meisten andere Schlangen oder allgemein Reptilien Eier mit einer harten Schale, sonder, die Entwicklung der Schlangenbabys findet im Mutterleib statt, sie sind sogenannte ovivipare Schlangen (lebendgebärend). Die Jungen kommen nur noch in einer ganz dünnen und transparenten Membrane zur Welt die sie durchstossen müssen. Leider schaffen es trotzdem nicht alle Jungtiere diese Membrane zu durchstossen. So macht schon die Natur die erste Auslese. Wenn man beim Geburtsvorgang jedoch dabei ist kann man den schwachen Jungtieren helfen die Membrane zu durchstossen und in ganz seltenen Fällen, hilft sogar die Mutter den Jungschlangen, in dem sie die Membaren mit ihren Zähnen aufreisst. 

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